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Musik zum Sonntag Judika

 

 

Andacht für den Sonntag Judika am 29.03.2020

 

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern, dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“  Matthäus 20, 28

„Wer hat denn nun die größte Schuld an diesem Ganzen?“, fragte mich eine Frau, während wir im guten Abstand vor einem Laden standen.

Ich war irgendwie irritiert, sagte aber spontan: „Niemand ist daran schuld – auch wenn es so schwer  ist, das  auszuhalten.“  Aber - diese Frage, sie geht mir immer noch  durch den Kopf.   Sie ist verführerisch. Man könnte nach der Ursache bzw. genauer noch nach einem oder den Schuldigen suchen.  Aber was genau hätte ich davon?  Was genau eigentlich würde es ändern? Gut - ich könnte die Energie meines Ärgers , meine Wut auf dies oder das richten Es lenkt mich von meinen eigenen Ängsten und Unsicherheiten – ja , auch mit meiner Realität – ab.

Doch darum geht’s doch. Alles ist anders. Mein Leben, so wie es war – nichts ist mehr so früher. Und schlimmer noch – ich weiß nicht, wann und ob es je wieder  so wird?  Und unter welchen Bedingungen? Viele Menschen fragen sich: Was wird aus meiner Existenz? Wann werde ich meine Lieben wieder in die Arme schließen, empfangen können? Was wird aus meiner Arbeitsstelle – ja, aus meinem Leben, das ich so schön geplant habe. Natürlich kommt da mit der Verzweiflung und den Fragen auch Wut hoch. Vielleicht haben ja doch Menschen, Verantwortliche, Regierungen Schuld? Vielleicht ja doch die, die nicht glaubten, dass der Urlaub vielleicht nun doch nicht mehr so gut wäre? Aber, was hilft es mir? Es ist wie mit einem schweren Schicksalsschlag, man will und kann es zunächst nicht wahrhaben. „Es ist doch gar nicht so schlimm.“ Oder:  „Irgendwer muss Schuld haben.“ Noch besser: „Das haben sich Regierungen, Pharma-Industrie nur aus gedacht.“  Wie bitte? Menschen bringen sich freiwillig in Lebensgefahr, indem sie andere retten? Ich vermute, es ist so unerträglich auszuhalten: Ich habe mein Leben nicht mehr in der Hand. Es gibt Dinge, die ich nicht beeinflussen,  verdrängen kann.  Leben ist  so verletzlich.

Aber -  vielleicht kann ich ja doch etwas machen.  Nämlich: Erst einmal nehmen, was ist und das Beste draus machen. Verstehen, dass wir es nur! miteinander bewältigen können und nicht jede/r für sich. Auch nicht jedes Volk für sich. Grenzen, wenn wir sie noch so hoch ziehen, werden das Virus, das keine Unterschiede zwischen Menschen kennt, aufhalten. Wir können das Beste von uns zeigen, nach Möglichkeiten suchen, wie wir füreinander da sein können. Wir können die Schönheit von Zeit, Natur und persönlichen Nachrichten wieder neu entdecken.  Davon erlebe ich in diesen Tagen viel: Humor – der Lebensfreude erhält.  Menschen, die mich anrufen und Hilfe anbieten. Leute, die kreativ werden und helfen, Arbeiten übernehmen, die sie unter anderen Umständen nie übernommen hätten. Schulden erlassen, wenn es denn geht. Und jede und jeden wird es was kosten – früher oder später. Dennoch können wir anderes vielleicht gewinnen?

 Vielleicht etwas von unseren Träumen und Sehnsüchten zurückgewinnen?  – Gemeinschaft, Nähe, Spiele, Frieden, Begegnungen, Zeit, Gelassenheit, Freude am Wesentlichen. All das – wenn wir auch bereit sind, uns etwas schenken zu lassen – nehmen, was andere mir geben wollen. Ja, etwas von sich, von seinem Leben hingeben und nehmen – nichts anderes hat Jesus gemacht, nicht nach Schuld gefragt. Er ist mit seinem Leben einen Weg gegangen, der zurück ins Leben führen sollte – auch wenn es erstmal weh tut.

Brief an die Gemeinde im März 2020

Wie schnell unser sorgsam geordnetes Leben aus dem Gleis geraten kann! Hamsterkäufe, Veranstaltungsabsagen, Schulschließungen bestimmen auf einmal unseren Alltag. Da kann es leicht passieren, dass man mitgerissen wird in einen Strudel aus diffuser Verunsicherung oder gar in Panik gerät.

 

Paulus saß im Gefängnis, als er folgenden Vers an seinen Mitarbeiter Timotheus schrieb:

 

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ 2. Timotheus 2,17

 

Der Apostel sagt nicht einfach „Du brauchst keine Angst zu haben, Gott regelt das schon.“ Er weiß, dass die Angst zum Leben dazu gehört, und er weiß, dass Krisen zum Leben dazugehören. Doch er setzt ihnen deutliche Grenzen:

Wir, die Kinder Gottes, sind den Umständen und unseren Gefühlen nicht machtlos ausgeliefert. Gott hat uns beschenkt mit seiner Kraft, Liebe und Besonnenheit.

Was für eine Zusage! Vertrauen wir darauf! 

 

(Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche)

 

Liebes Gemeindeglied,

mit diesen Worten und Gedanken von unserem Bischof, Tilmann Jeremias, möchten wir uns als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Kirchengemeinderat Ihrer Kirchengemeinde bei Ihnen melden, um Ihnen ein Zeichen der Verbundenheit zu senden.

 

Wir wollen füreinander da sein – wenn auch anders als sonst. Wir werden in Gedanken und im Gebet beieinanderbleiben und denken darüber nach, in welchen weiteren Formen das noch geschehen kann.

Als Gemeinde sind wir Teil dieser Welt und haben uns in dieser Verantwortung auch an die Vorgaben der Behörden und unserer Landeskirche zu halten. Wir vertrauen darauf, dass diese aus Sorge und mit Bedacht für unser aller Wohlergehen getroffen werden.

Schon jetzt ist zu sehen, dass sie für jeden von uns einschneidende Veränderungen im persönlichen Leben bedeuten – für die einen früher und für die anderen später. Lasst uns stets bedenken, dass wir in Verantwortung füreinander aufeinander angewiesen sind.

 

Aus diesem Grund werden zurzeit alle Veranstaltungen, einschließlich der Gottesdienste abgesagt.

 

Wir sind für Sie da:

·         Ansprech- und Erreichbarkeit im Pfarramt und Friedhofsverwaltung Grevesmühlen

Pastorin Maria Harder: 03881 / 2524 

Friedhofsverwaltung: 03881 / 3184

Bitte nutzen Sie auch den Anrufbeantworter, wir rufen zurück!

Diedrichshagen:  Pastorin (s.o.) und Vikarin Sophie Poland -   0160 5112249.

 

·         Tägliches Glockenläuten mit Gebet um 18.00 Uhr „Licht der Hoffnung“ stellvertretend spricht jemand von unserem Team in der Kirche. Sie können es von zu Hause begleiten, gern auch mit Kerzen am Fenster.

·         Offene Kirche für das persönliche Gebet: zur sonntäglichen Gottesdienst-Zeit in GVM um 9.30 Uhr (solange das möglich ist)

·         Karfreitag wird voraussichtlich eine Glocke zu Sterbestunde Jesu um 15.00 Uhr in GVM läuten. Am Ostersonntag wird die Osterkerze in der Kirche entzündet.

 

Bitte nutzen Sie auch alle Angebote, die Rundfunk- und Fernsehen für Andachten und Gottesdienste anbieten. Sollte sich der Zeitraum des Ausnahmezustandes verlängern, denken wir noch über weitere Alternativen nach.

All dies gilt vorbehaltlich der sich ständig verändernden Situation. Es ist eine große Herausforderung. Und zugleich erinnert es uns daran, dass uns ein Geist geschenkt ist, der über alle Grenzen uns in Verbindung sein lässt.


Segenswunsch

Gottes liebende Nähe

 fange dich auf,

wo du am Ende bist

 

Sein Trostwort

Möge dich finden

Wo es dunkel

Um dich wird

 

Er richte dich auf,

wo Lasten

dich zu Boden drücken.

Er sei dir Halt,

wenn alles fraglich wird.

 

Gottes Engel

Mögen um dich sein

Von Augenblick

Zu Augenblick

Bleiben Sie behütet

Ihre Pastorin Maria Harder

Zur Information an alle Gemeinden und Einrichtungen im Kirchenkreis Mecklenburg

Wort der Bischöfinnen und Bischöfe der Nordkirche angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. (2 Kor 1,3f.)

Liebe Schwestern und Brüder,

dieses biblische Wort steht im 2. Korintherbrief, also jener Epistel, die am kommenden Sonntag Lätare in unseren Kirchen verlesen werden würde. Schweren Herzens haben wir den Gemeinden unserer Nordkirche die Absage der Gottesdienste empfohlen. Die Gründe dafür sind in unseren Handlungsempfehlungen klar benannt: Überall dort, wo Menschen zusammenkommen, kann das Corona-Virus übertragen werden. Wir wollen durch die Absage unserer Veranstaltungen diese Infektionskette durchbrechen, um die Verbreitung des Virus zu verzögern. Denn kirchliches Handeln soll dem Leben dienen und es nicht gefährden. Bei allen Maßnahmen versuchen wir uns leiten zu lassen von der Grundhaltung der Nächstenliebe, der Fürbitte und der Verantwortung für andere.

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