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Glaube

"Vergiss nicht..."

"Gottesdienst ist Sehschule für das Gute im Leben."

Gott sei Dank - Sonntags haben wir Zeit und Raum. Raum und Zeit – klarer zu sehen
Raum und Zeit – mein Leben zu betrachten
Raum zu Zeit – über das Leben mit anderen nachzudenken
Menschen, die mir fern und nah sind
Die mein Herz und meinen Kopf bevölkern,
Die Gedanken, die mich umtreiben, nicht los lassen, die mir kommen in der Nacht oder mich über den Tag begleiten.
Mich grübeln lassen.
Oder die Gefühle, die Stimmungen – die wohligen, die unangenehmen, manche die mich regelrecht heimsuchen.

Aber denen ich mich meist nicht hingeben kann, weil da keine Zeit, kein Raum ist.
Da muss ich oft funktionieren
oder es muss schnell gehen.
Da bin ich für andere da, für meine Kinder, meine Enkel, meine Eltern, meinen Partner/In
Meine Arbeit fordert ganze Aufmerksamkeit
Der Chef, das Team, die Aufgabe
Manchmal ist auch meine Einsamkeit, die mich ganz in Beschlag nimmt, Krankheit, die meinen Alltag bestimmt.
Irgendwie ist da zuweilen kein Raum und Zeit, mich aus dem Hamsterrad oder Eigendrehung zu befreien.
All dem nachzuhängen, was in mir vorgeht:
Was ich zu tun habe,
Was mir noch gelingen soll
Was ich noch sagen wollte
Mit wem ich noch ins Reine kommen wollte
Ob ich das alles schaffe?
Hier lasse ich es sein.
Weil unter all dem vielleicht noch was ganz anderes ist – was ich nicht immer benennen kann.
Sehnsucht nach mehr, nach Gott, nach Leben, nach inneren Frieden - das Gute sehen können?

Hier ist Zeit und Raum, einfach nur  "Da" zu "Sein", darauf kommt es an -

und mich von Gott ansehen lassen. Das Gute sehen lassen. So, wie Jesus Zachäus ansah auf dem Baum, den, den keiner mochte, dem jeder Schlechtes unterstellte, geschweige denn irgendetwas Gute zutraute... Jesus sah es. Er lockte mit seinem An-Sehen das Gute hervor.

Wir sind es gewohnt auf Defizite, das Schlechte zu schauen. Von 5 Aufgaben sind vier gelöst. Wir schauen auf den Fehler und nicht auf die vier Richtigen. Gott sieht in uns die Möglichkeiten.

Und wir können mit Jesus sehen lernen - das Gute, was da ist, was uns umgibt wie selbstverständlich: die Sonne, die Freunde, die Familie, das Gute Auskommen, den Frieden...

Wir gut, dass wir Zeit und Raum haben, diese jede Woche neu sehen zu lernen: Das Gute im Leben. "Lobe den Herren meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat."

 

 

 

 

 

Spiegel meines Lebens

"Ich glaube, meine Taufe weist, auf Gottes Wirken durch den Geist. Ich seh im Spiegel seiner Schrift, die Wahrehit, die mein Leben trifft."  Peter Spangenberg

Psalm 139 - in Übertragung

HERR, du erforschest mich und kennest mich.
Gott du kennst mich und durchschaust mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
    du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich
    und siehst alle meine Wege.
Du weißt was in mir vorgeht. Egal, wo ich unterwegs bin, du bist immer dabei und kennst mein nächstes Ziel.
Jedes Wort, das ich sage, weißt du
Es gibt keine Sekunde, in der du mich nicht beschützt.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
dies zu wissen, ist wunderbar, doch es zu begreifen ist schwer. Gott, wie soll ich dir entgegentreten?
Du bist in jedem Winkel des Universums.
Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und halten.
Würde ich bis ins fernste Land fortfliegen, dem Sonnenaufgang entgegen,
so würdest du mich umgeben
Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein -,
Manchmal denke ich, ich wäre allein.
so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.
Da zeigst du mir, dass es nicht so ist, und machst mir Mut.
In der tiefsten Finsternis umgibst du mich mit Licht.
Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Ich danke dir dafür,dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Ja,Du hast mich geschaffen im Bauch meiner Mutter.
Gott, ich danke dir, dass ich lebe.
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;
prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und führe mich auf ewigem Wege.
prüfe mich, Gott, und lass mich nicht so viel Unrechtes tun.
Du leitest mich auf dem richtigen Weg, aber lässt mir doch die Auswahl für meinen Lebensweg.
Alle: Von allen Seiten umgibst Du mich und hältst deine Hand über mir

Der Tag, der anders war

de Breughel, "Seehafen mit Predigt Christi"
Quelle: per klick aufs Bild

Es war ein Tag, der alles verändern sollte, nur, dass er an diesem Morgen davon noch nichts ahnte. In aller Frühe  hatte er sich aus dem Haus geschlichen, um die Familie nicht zu wecken,  um zu tun, was er jeden Tag tat.
Wie alle in seiner Familie, schon seit Generationen. So war es eben. Er war Fischer – wie seine Väter eben auch.
Das wurde nicht hinterfragt. Er selbst tat es auch nicht.  Nur manchmal entdeckte er in sich die Frage, ob das wirklich alles sei... Er war nicht unglücklich, er hatte alles, was man sich wünschte – wie alle auch in seinem Dorf Betsaida – am Nordufer des Sees Genezareths. Er war hier groß geworden, mit vielen seiner Freunde teilte er das Leben und die Arbeit. Es war ihr Zuhause. Auch der See, der es manchmal in sich hatte.  So manches Leben hat er in den Stürmen schon verschluckt.

Es war noch dunkel als er zum Ufer ging. Er mochte die Morgenstimmung – nur heute war es ihm schwer ums Herz. Heute musste es gelingen. In den letzten Tagen und Wochen hatten sie kaum etwas gefangen. Die Stürme hatten sie gehindert, raus zu fahren. Überhaupt fingen sie oft nur wenige Fische. Die Konkurrenz war groß und es war oft einfach nicht genug.  Sie kamen kaum über die Runden. Und dann noch die Steuern, es reichte so schon kaum zum Leben – die Regierung in Jerusalem war dem Römischen Reich unterstellt.  Dieses Reich war wir ein gefräßiges unersättliches  Tier. Darüber sprachen sie oft – auf den Booten, wenn es nichts zu tun gab.
Dieser ewige Mangel an allem, das war ihm leid.

Als er ans Ufer kam, begrüßte er Jakobus und Johannes – die Söhne des Nachbarn ,Zebedäus. Er spürte die Müdigkeit in sein Gliedern. Gut, dass jeder Handgriff saß.  Er verstand sich gut mit ihnen – sie brauchten nicht viele Worte. Sie fuhren hinaus – alle mit dieser Ungewissheit und der Verantwortung, die sie trugen für ihre Familien.

Stunden verbrachten sie auf See. Als sie bis zum Abend immer noch nicht viel gefangen hatten, beschlossen sie über Nacht zu bleiben. Aber es änderte nichts. Es war zum Verzweifeln.Sie dachten an die enttäuschten Gesichter der Familien. Jakobus sagte nur: „Gott möge uns helfen!“ Und Simon erwiderte unwirsch: "Der kann uns auch nicht helfen – uns hat er längst vergessen."

Als sie heimfuhren, sahen sie, wie sich die Menschen am Ufer tummelten. Das war nichts Besonderes. Es kamen jeden Tag viele Menschen von den Dörfern aus der Umgebung auf den Markt. Sie hofften, Fische zu kaufen.
Den Fischverkauf übernahmen dann oft die Frauen. An guten Tagen konnten sie sich kaum retten vor Kunden.
Heute sah es schlecht aus.

Aber heute  war irgendwas anders. Von Ferne sahen sie ein Menschenauflauf direkt am Ufer. Als sie näher kamen, sahen sie Männer , Frauen, Kinder – und alle schauten in eine Richtung – zu einem der Boote, das unweit vom Ufer lag. Da stand ein Mann und redete. Und sie schienen alle wie gebannt. Der Fischverkauf schien heute nur eine Nebensache zu sein.

Sie kamen ans Ufer und legten an und Simon fragte, eine Marktfrau, die in der Nähe stand, um wen es sich bei dem Mann handelte... "Das ist Jesus, Sohn eines Zimmermann aus der Stadt Nazareth.
Kennst Du den nicht? Hast Du noch nie von ihm gehört? Ein Rabbi, der Menschen ins Herz sehen kann, heißt es, und gesundmachen – und der von Gott und seinem Reich,  erzählt - dass schon anfangen soll – hier und jetzt."
Simon entgegnete: „Ach die Städter– hat er nichts anderes zu tun? Predigen kann er in der Synagoge – aber was will er hier? Außerdem sind doch schon viele gekommen und haben uns sonst was erzählt...und nichts hat sich geändert.“

„Ja aber, was er erzählt, ist irgendwie neu. Viele laufen ihm nach,  Wenn du ihm zuhörst, hast du das Gefühl: Er kennt deine Sorgen. Und wenn er redet, fühlt es sich so an, als würde jetzt etwas Neues beginnen..."

„Ach“, - mit einem Winken wehrte Simon ab. „Was soll er schon wissen von unseren Sorgen. Gottes Reich ist ja schön und gut. Wir brauchen jetzt zu beißen.“

Jakobus und Johannes – die Simon als ihren Wortführer und wenn auch oft mürrischen Chef schätzten und ihm kaum zu widersprechen trauten, sagten: „Ach, komm Simon, lass uns hören, was er sagt. Schaden kann es doch nicht.“

Simon ließ die anderen gehen und hörte Jesus nebenbei von seinem Boot aus zu, während er aufräumte. Die Stimme Jesu war eindringlich. Weghören gelang ihm nicht Und er konnte nicht verhehlen, dass es auch ihn neugierig machte, was und wie er redete. So hörte er: „Dass jeder Tag seine eigene Sorge hätte, und dass der Mensch nicht vom Brot allein lebe,  dass Gott weiß, was nottut Und dass Gott einen sah, einen jeden einzelnen in seiner Not...“
Er seufzte: Das wäre schön...Er hätte viel mit Gott zu reden... Er, Simon, fühlte sich oft so leer, so fehl am Platze.
Jeden Tag diese Mühen und Sorgen. Dabei wollte er sich nicht beklagen, sein Leben war in Ordnung, er hatte Familie, Arbeit. Unter den Fischern hatte  er was zu sagen – genoss Anerkennung, denn er machte seinen Mund auf, wo andere schwiegen.
Aber irgendwas fehlte… Da war so ein Loch in ihm...
Während er das so dachte und Jesus schließllich aufmerksam beobachtete, unterbrach Jesus sein Reden und sah zu Simon herüber. Er sah ihm direkt in die Augen – Simon war zunächst verwirrt, sah er wirklich ihn an? Er hielt den Atem an. Denn auch alle anderen sahen jetzt ihn an. Simon wurde seltsam zumute. Er hörte, wie dieser Jesus rief: „Fahr hinaus“ und wirf die Netze aus!
Simon, der sich wunderte, dass er ihn ansprach, schüttelte sofort den Kopf, wehrte ab und sagte: „Meister – wir haben die ganze Nacht gefischt und keinen Erfolg gehabt.“ Und dachte noch bei sich: Was der wohl will –
der kennt sich mit unserem Handwerk doch gar nicht aus? Die anderen bedrängten ihn – dass er es doch tun solle. Aber weil die Menge nicht aufhörte, ihn erwartungsvoll anzusehen, gab er nach. „Naja,“ sagt er leicht spöttisch und ungläubig – und wie, um es Jesus zu beweisen: „ wenn Du es sagst, fahr ich noch mal raus.“
Er dachte bei sich: Ich hab eh nichts zu verlieren – und der Gedanke, ohne was nach Hause zu kommen, lag ihm sowieso schwer im Magen. So kam es ihm gelegen – Er rief die anderen beiden herzu und Jesus stieg mit ein.

Simon war mürrisch und wortkarg, mehr als sonst – aber zugleich machte es ihn auch stolz, dass er mit diesem Rabbi, Meister Jesus im Boot saß. Wer auch immer dieser Mann war, die anderen hielten große Stücke auf ihn, und er Simon wurde auserwählt. Vielleicht, gerade weil er sich so mit seiner Begeisterung zurück hielt.

Sie warfen die Netze raus und schon nach nicht langer Zeit begannen sie zu ziehen,  Und sie spürten in ihren Händen in ihren Armen, dass das Netz schwer wurde. Konnte das sein? Sie zogen und fürchteten, dass die Netze rissen. Um diese zu entlasten, warfen sie die ersten Fische ins Boot. Aber es waren so viele, dass sie nicht wussten, wohin damit. Da riefen sie andere, die auf dem See unterwegs waren. "Kommt und helft uns, wie haben viel zu viel!"

Und es füllte sich und füllte sich. Und sie konnten im wahrsten Sinne des Wortes  nicht fassen, was sie in ihren Netzen gefangen hatten Ob dieser Fülle drohten sie fast zu sinken. Nach und nach wurde ihnen bewusst: Dieser Fang würde sie gut über nächsten Tage bringen. Und nicht nur ihre sondern alle  Familien im Dorf gut ernähren.
Ihre Not der letzten Wochen war zunächst zu Ende. Sie waren so voll, so glücklich, die Brüder des Zebedäus fielen sich in die Arme.

Am Ufer begrüßte man sie mit großem Hallo und Freude – ein reges Markttreiben begann, der Verkauf lief an
Nur Simon saß noch still hinten in seinem Boot.  Er konnte nicht aufspringen wie die Anderen. Er war sprachlos, fast hilflos – konnte nicht verstehen, was passiert war. Eine Träne lief ihm übers Gesicht. Aus Freude und Erschöpfung zugleich. Aber da noch was: Er war wie gelähmt. Was war mit ihm passiert? Alles begann mit diesem Blick Jesu, der ihn traf, nicht nur die Augen, mitten ins Herz. Er fühlte sich enttarnt, dass er oft so hoffnungslos war, sich leer fühlte in seinem Leben. Wenig Freude und Gottvertrauen? Er hatte doch längst aufgegeben, etwas von seinem Leben zu erwarten. Es plätscherte so dahin. Das war nicht schlimm. Aber, sein Leben hatte sich oft so stumpf angefühlt...
Auf einmal sah er all das vor sich – sich selbst. Was war mit ihm los? Er kannte sich so nicht. Er war ein Macher, er nahm das Leben selbst in die Hand.  Außerdem hing an ihm viel Verantwortung. Er musste funktionieren. Er wollte reden darüber, was sich in seinem Herzen tat
Lange hatte er nicht mehr gespürt, was es heißt aus der Fülle zu leben.

Er spürte den Blick Jesu auf sich. Allmählich löste sich sein Lähmung  Er erhob sich, wollte zu Jesus, ihm irgendwas sagen, als die Knie weich wurden und er auf den Boden sank. Die vielen Arbeitsstunden, der mangelnder Schlaf, die Sorgen der letzten Wochen, all die Mutlosigkeit aber vor allem Demut ob der unerwarteten Fülle  -
Sie, diese Fülle,  es war wie ein Bild für sein Leben. Die Fülle, aus der man jeden Tag neu schöpfen kann, das hatte er so sehr vermisst. Es ging nicht um die Fische, es ging um sein Leben. Das fühlte und wusste er in diesem Moment. All das zog ihn zu Boden
Und zugleich fiel all diese Schwere von ihm ab.

Sein Herz und sein Kopf waren voll und leer zugleich. Ihm kamen die Tränen und er schämte sich Er konnte Jesus nicht in die Augen sehen. Sagte irgendetwas, dass es ihm leidtäte, so wenig Gottvertrauen zu haben
Er fürchtete sich…
Da fühlte er die Hand auf seiner Schulter und hörte wie Jesus sagte, „Simon, fürchte dich nicht!“
Simon sah nun Jesus fragend an spürte das Bedürfnis, dass er noch mehr mit diesem Rabbi reden wollen würde, fragen usw. Da fuhr Jesus schon fort:
„Von nun an wird sich Dein Leben ändern.
Komm mit mir. Es scheint, dass Du weißt, was es heißt, Gott und das Vertrauen ins Leben ganz neu entdecken zu wollen. Du bist auf der Suche, das ist gut so. Ich sehe deine Sehnsucht in deinen Augen, Frei zu werden von allem, was dich innerlich gefangen hält Deswegen glaube ich, dass auch du Menschen, die solche Sehnsucht in sich tragen, fangen kannst. Zeigen, dass es überall und zu jederzeit möglich ist, auch im Zweifel, Gott zu begegnen - und die Fülle des Lebens. Auch wenn es ganz unscheinbar daher kommt – Du weißt wie tief Gottes Wort treffen kann. Es hat dich getroffen."

Maria Harder

Gott begegnen

"Gott lächelt und mag Cola"

Da ist sie wieder – diese Lust und Freude an Begegnungen. Der Sommer lockt aus den Häusern und dem Alltag der letzten Wochen. Ferien und Urlaubszeit beginnt. Es ist die Zeit, in der wir Abstand nehmen können vom Alltag. Mit Abstand kennen wir uns jetzt aus. Manchmal tut es weh, manchmal auch gut, im Moment nötig. Vorteil vom Abstandnehmen ist: Menschen und Dinge klarer zu sehen. Das macht wahrscheinlich auch Urlaubszeit so reizvoll – Abstand zu nehmen vom Gewohnten: Einfach mal raus und sich erfrischen lassen. Das Leben aus einem anderen Blickwinkel sehen, aus einem Gedankenkarussell aussteigen, sich auf Neues einlassen. Kann ja sein, dass mir etwas Schönes, Überraschendes begegnet. So geht es einem Jungen in einer Geschichte von „Andere Zeiten“-Verlag. Dieser macht sich auf den Weg, weil er Gott begegnen will. Er packt seinen Rucksack mit Cola und Keksen. Auf einer Bank im Park macht er Pause. Neben ihm sitzt eine ältere Dame, die ihn aus den Augenwinkeln beobachtet, während er Kekse knabbert. Als er ihr einen Keks reicht, lächelt sie so schön, dass er diesen Vorgang wiederholt – immer wieder. So sitzen sie eine Weile beieinander, unterhalten und verabschieden sich nach geraumer Zeit. Als der Junge abends fröhlich nach Hause kommt, fragt die Mutter nach dem Grund: „Ich habe mit Gott Mittag gegessen und sie hat ein wundervolles Lächeln.“ Die Frau, die von ihrem Sohn zu Hause bereits erwartet wird und der sich über ihre Freude wundert, erzählt von ihrem Tag: „Ich habe mit Gott Mittag gegessen – er mag Cola und ist jünger, als ich dachte.“ Abstand vom Alltag bringt manch Überraschung fürs Leben, Gottes-Begegnungen nicht ausgeschlossen. So etwas geschieht auf jeden Fall mit und ohne Abstandsregelungen.