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Kar- Woche

Von Palmsonntag bis Karsamstag

Karwoche heißt die Woche unmittelbar vor Ostern. Sie ist die Woche, in der man sich an den Leidensweg Jesus erinnert. Palmsonntag hat seinen Namen, weil an diesem Sonntag in der Bibel erzählt wird, wie Jesus auf einem Esel unter dem Palmenjubel der Menschen in die Stadt Jerusalem einzieht.

Die folgenden  Wochentage trage alle den Vor-Namen „Kar-„.  Kar stammt vom althochdeutschem Wort "chara" oder "kara" und bedeutet Kummer, klagen, trauern oder auch sorgen. Ostern ist ohne diese Erinnerung an das Leid, das bis zum Kreuz führt nicht denkbar.

 

 

Kar-Sonnabend

Stille - Schmerz - Leere, vielleicht noch Tränen, wenn man sie noch hat oder, wenn man weinen könnte. Noch sitzt der Schreck in den Gliedern über all das, was geschehen ist. Wie soll es weitergehen? Was wird kommen? Über Zukunft mag man noch gar nicht nachdenken. Jetzt ist noch alles dunkel. Da helfen keine Hoffnungssprüche. In der Nacht wächst die Angst. In der Nacht werden die Schmerzen größer. In der Nacht sehe ich die Hand vor Augen nicht...

Kar-Freitag

An diesem Tag erinnern sich Christen in der ganzen Welt daran, dass Jesus am Morgen auf dem Berg Golgatha ans Kreuz genagelt wurde. In der neunten Sunde, so heißt es, verstarb er. Das ist nach unserer Zeitrechnung gegen 15.00 Uhr. Dann läuten die Sterbeglocken und die Kerzen sind erloschen. "0 große Not, Gott´s Sohn liegt tot."

Gründonnerstag

Gemeinschaft pur

So, wie man sich das vorstellt. Man sitzt zusammen und feiert. Essen und Trinken, sich erzählen, alles, was man auf dem Herzen hat. Was früher noch selbstverständlich war, sich mit Freunden und Familie zu treffen, ist heute nicht möglich in diesen Ostertagen. Wer hätte das gedacht. Jesus ahnt, was auf ihn zukommt. Sein Leben ist bedroht. Deswegen genießt er die Nähe seiner wichtigsten Menschen. Essen und Trinken sind die elementarsten Dinge, die wir brauchen. Wir nehmen auf, was Herz, Seele, Leib begehren. Das ist es, was Leib und Seele zusammenhalten, wenn nichts mehr geht, Und zugleich feiern wir das Leben, wenn wir gemeinschaftlich essen und trinken. So höre ich auch seine letzten Worte, die nach dem Leben rufen: „Mich dürstet.“ Ein Ruf nach dem Leben. Er hält die Sehnsucht wach – auch nach Gemeinschaft - bis zuletzt. Das zu beweinen ("greinen" - Grün), gibt es guten Grund.

Kar-Mittwoch

Wo bist Du?

Manchmal ist sie einfach da – die Angst. Sie kommt hervorgekrochen, in der Nacht, in der Einsamkeit, in den Schmerzen. Sie verunsichern uns in unserer Existenz. Fragen tauchen auf: Was wird werden? Was kommt da auf mich zu? Wie soll ich das alles aushalten? Ich fühle mich verlassen, von Gott und der Welt. Wenn ich es doch wenigstens jemandem klagen könnte, der es versteht und mir in Ruhe zuhört? Dieses Gefühl kennt auch Jesus. Und aus diesem Gefühl heraus ruft er „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Das heraus zu rufen, zu weinen, zu schreien ist nötig. Es befreit auch, auch wenn die Angst nicht gleich verschwindet.  Ich überlasse es dem, meinem Gott, dem ich mit meinem ganzen Leben in die Hände gebe. Ihm muss ich es klagen…

Kar-Dienstag

In Beziehung bleiben – „siehe, das ist dein Sohn, siehe das ist deine Mutter“

Das ist aller Munde gerade – social distance – wir gehen auf Abstand. Eigentlich nur körperlich, auch wenn es uns schwerfällt. Aber, wer liebt, wer Freundschaft, Nachbarschaft leben will, wird erfinderisch. Menschen lassen sich in diesen Zeiten einiges einfallen, um füreinander da zu sein. So erzählte eine Frau, die dachte, dass sie wohl einsam ihren Geburtstag verbringen müsste …. “und dann wurde ich mit so viel Überraschendem beschenkt“. Daran erinnern mich die Worte Jesu an seinen Lieblingsjünger Johannes und an seine Mutter. Lasst Euch nicht allein, gebt aufeinander Acht. Das hebt manchen Schmerz nicht auf. Aber es gilt auch: In der Liebe geht nichts verloren. Bleibt in Verbindung. "siehe, das ist dein Sohn...siehe das ist deine Mutter"

Kar-Montag

Hoffnungsbilder angesichts des Todes. Geht das überhaupt?  Hoffnung ist das, was uns letztlich wirklich am Leben erhält. Hoffnung ist auch das, was Menschen zuweilen getrost einen schweren Weg gehen lässt. Tod, Schmerz, Leid ist nicht das Ende. Auch, wenn alles dagegen zu sprechen scheint, etwas glauben, sagen tun, was den Morgen erwartet. Ernst Bloch geht im „Das Prinzip Hoffnung“ dieser Grundenergie nach.  Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns?  Es scheint eine neue Aktualität zu gewinnen, in einer Zeit, wo Verwirrung sich breit macht. Alles gerät ins Wanken. Unsicher ist vieles geworden. Es geht darum mit dieser Angst und Furcht vor dem was kommt umzugehen. Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Und, wenn man so will, selbst im Scheitern schon einen neuen Anfang zu sehen. „Heute wirst du mit mir im Paradiese sein“, sagt Jesus zu einem derer, die neben ihm am Kreuz hängt. Hoffnung auch über lebensbegrenzende Erfahrung hinaus….